Der Entwurf unseres Berliner Büros für Los 4 wurde im Wettbewerb „Am Molkenmarkt“ mit dem 1. Preis ausgezeichnet und leistet einen Beitrag zu einem der bedeutendsten Stadterneuerungsprojekte Berlins. Das Konzept zeigt, wie sich ein zeitgenössisches Kulturgebäude selbstverständlich in das historische Stadtgefüge der Berliner Mitte einfügen kann.
Im Rahmen des Architekturwettbewerbs entstand ein Ensemble aus drei miteinander verbundenen Stadthäusern, das den angestrebten Charakter des neuen Quartiers aufnimmt und die historische Maßstäblichkeit der Berliner Mitte zeitgemäß interpretiert.
Das Gebäudeensemble vereint Theater-, Ausstellungs- und Ateliernutzungen sowie öffentlich zugängliche archäologische Funde in einem schlüssigen städtebaulichen Gesamtkonzept. So entsteht ein offener Kulturort, der Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbindet und einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung des neuen Stadtquartiers Am Molkenmarkt leistet.

Der Entwurf setzt bewusst auf drei eigenständige Stadthäuser. Die Baukörper sind funktional miteinander verbunden, bleiben jedoch in Volumen, Fassadengliederung und räumlicher Wirkung klar ablesbar. Diese Komposition nimmt Maßstab und Rhythmus der historischen Berliner Mitte auf und stärkt die urbane Identität des neuen Quartiers.
Der Hauptzugang an der Stralauer Straße öffnet sich über Kolonnaden zum öffentlichen Stadtraum. Ein zentraler Erschließungsbereich verbindet Foyer, Kulturflächen und archäologische Ausstellungen und schafft fließende Übergänge zwischen Stadt und Gebäude.
Das Projekt folgt konsequent den Prinzipien einer einfachen, robusten und langlebigen Architektur. Eine Hybridkonstruktion aus Holz und Beton, mineralische Materialien sowie eine reduzierte Gebäudetechnik bilden die Grundlage für ein ressourcenschonendes und zukunftsfähiges Gebäude.
Passive Umweltstrategien, speicherfähige Bauteile, tiefe Fensterlaibungen und Photovoltaikanlagen unterstützen einen energieeffizienten Betrieb. Gleichzeitig ermöglicht die flexible Tragewerksstruktur eine langfristige Anpassung an sich wandelnde Nutzungsanforderungen und schafft damit nachhaltige Architektur über den gesamten Lebenszyklus des Gebäudes.
Unser besonderer Dank gilt der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen Berlin für ihr Vertrauen sowie unseren Projektpartnern Lederer Ragnarsdóttir Architekten für die inspirierende und erfolgreiche Zusammenarbeit während des Wettbewerbs.
Konzept und Entwurf:
Prof. Gerd Jäger (Baumschlager Eberle Architekten Berlin) und unser Berliner Büro, Sölvi Lederer und Jórunn Ragnarsdóttir.
10. Juli 2026
Visualisierung © Baumschlager Eberle Architekten Berlin & Lederer Ragnarsdóttir Architekten
